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Dr. jur. Dietlinde Munzel - Everling

Der Heiderlberger Sachsenspiegel (SPEED)


Neue Wege bei der Edition mittelalterlicher Rechtshandschriften



Tastende Schritte zur Anwendung der Informationstechnologien im Bereich der Mediävistik
und der deutschen Rechtsgeschichte werden seit dem Jahre 1994 in den Workshops
"Computer und Geschichte" der jährlichen Potsdamer Informationstagungen
des Unternehmensverbandes Informationssysteme und des Ministeriums für Wirtschaft,
Mittelstand und Technologie des Landes Brandenburg unternommen.
Die Projekte wurden jeweils in den Tagungsbänden veröffentlicht und finden
zunehmend bundesweite Beachtung und Erwähnung in der Literatur
oder geben Anstoß für weitere Entwicklungen.


Die hier vorgestellte digitale Edition der Heidelberger Bilderhandschrift des Sachsenspiegels
ist eines dieser Projekte. In ihm soll programmatisch versucht werden,
die Nachteile einer kostenintensiven Faksimile-Buchedition durch die Anwendung
interaktiver digitaler Informationsverarbeitung auszugleichen
und zugleich weitere Nutzungsmöglichkeiten zu eröffnen.


Der Sachsenspiegel ist eines der ältesten Rechtsbücher in deutscher Sprache,
aufgezeichnet zwischen 1224 und 1235 von Eike von Repgow im Elbe-Saale-Raum.
Er ist keine Aufzeichnung kodifizierten Rechtes, sondern stellt als Privatarbeit
eines Rechtskundigen das sächsische Landrecht mit Einschluß
des Straf- und Verfahrensrechtes sowie das Lehnrecht dar.
Er hat aber bis zur Rezeption des römischen Rechtes und darüberhinaus prägend
auf das Rechtsleben eingewirkt, wurde in andere Sprachen übersetzt und
war auch besonders in Osteuropa verbreitet.
Heute sind noch ca. 460 Handschriften und Fragmente überliefert,
davon 4 Bilder-Handschriften, in denen durchgehend der Text von Illustrationen erläutert wird,
eine unschätzbar wertvolle Quelle der zeitgenössischen Interpretation des Rechtstextes.


Die Heidelberger Handschrift ist Anfang des 14. Jhdts. wahrscheinlich im Harzvorraum
entstanden und zeichnet sich gegenüber den anderen Bilderhandschriften
durch Genauigkeit der Text-Bild-Interpretation aus.
Sie ist zugleich auch eine wertvolle Quelle der Volkskunde.


Die digitale Edition bietet das Faksimile mit Vergrößerungsmöglichkeit,
den Text-Bild-Zusammenhang mit der Transkription des Textes,
seiner Übersetzung und die dazugehörige Bildleistenbeschreibung.
In der Ebene der Bildauswertung sind die Bildkategorien mit Aufrufmöglichkeit enthalten.
Weiter sind vorhanden: Allgemeine Informationen, ein Wortindex,
eine Karte des Verbreitungsgebietes und eine multimediale Darstellung
der Handschriftenherstellung. Jederzeit verfügbar ist eine Notiz- und Druckfunktion.

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Die Farb - Edition ist in vier Informationsebenen gegliedert,
die teilweise einander ergänzend genutzt werden können.

1. Ebene
2. Ebene
3. Ebene
4. Ebene

 

SPEED - 1. Ebene - Faksimile
Bei Auswahl der Ebene Faksimile kann im Buch geblättert und eine vergrößerte Ansicht der Seiten gewählt werden.

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SPEED - 2. Ebene - Text- und Bildanalyse

In der 2. Ebene kann die Heidelberger Handschrift detailliert studiert und analysiert werden.
Es ist sowohl ein kontextsensitiver Zugang aus den Textpassagen
wie auch eine direkte Auswahl der Bildkategorien möglich.

Die Zusammengehörigkeit von Bildleiste und Text wird hervorgehoben und
parallel dazu werden die Bildleistenbeschreibung,
die Transkription und Übersetzung der Textpassage sowie
latent die Erläuterung von Rechtsbegriffen angezeigt.

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SPEED - Handgebaerden

Durch die Auswahl der Bildkategorie, hier Handgebärden,
kann der Benutzer direkt zum Verzeichnis aller Handgebärden
gelangen und sowohl das systematische Studium der Gebärden vornehmen,
als auch die entsprechenden Beispiele in der Handschrift betrachten.

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3. Ebene - Allgemeine Information

SPEED - Allgemeine Informationen

4. Ebene - Notiz- und Druckfunktion (stehen ständig zur Verfügung)




In der digitalen Edition soll in einer ganz neuen Gebrauchsqualität nicht nur
das Betrachten der Illustrationen, sondern die zeitgleiche Nutzung
des Textes und der wissenschaftlichen Bearbeitung ermöglicht werden.
Der Edition beigegeben wird eine Printfassung der darin enthaltenen Abhandlungen.

Die Edition wird 1999 im Universitätsverlag C. Winter Heidelberg erscheinen.
ISBN: 3-8253-0848-0, bis 30.06.1999 = 298,00 DM, Ladenpreis ab 01.07.1999 = 358,00 DM

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Infos zum Sachsenspiegel
multi media point | dr. munzel-everling